Häufige Fragen (Hinweise Dritter)



Wie übermitteln?

Die RAB nimmt gerne Hinweise Dritter entgegen. Diese werden am besten via Formular gemeldet. Es ist wichtig, dass diese Hinweise klar und verständlich formuliert werden. Am besten enthalten sie möglichst konkrete Angaben dazu, wer durch welche Handlungen oder Unterlassungen in welchem Zeitraum rechtliche oder berufsständische Vorgaben verletzt hat. Die RAB weist ausdrücklich darauf hin, dass die Möglichkeit, der RAB Hinweise zu allfälligen Verstössen gegen rechtliche oder berufsständische Vorgaben zu geben, keine Aufforderung darstellt, gegen Gesetze oder Verträge zu verstossen.

Die Hinweise können auch in anonymisierter Form übermittelt werden. In diesem Fall ist aber unbedingt auf eine klare Beschreibung des Sachverhaltes zu achten.

Mündliche Hinweise

Kann ich mit jemandem von der RAB sprechen und mündliche Hinweise einreichen?

Ja. Es ist jedoch sinnvoller, der RAB Hinweise zu möglichen Verstössen gegen rechtliche oder berufsständische Vorschriften vorab schriftlich mitzuteilen.
Bei mündlichen Hinweisen ist der Bereich Recht und Internationales der RAB zu kontaktieren.

Arten von mutmasslichen Verstössen

Es ist schwierig, eine abschliessende Liste relevanter Verstösse aufzustellen. Die RAB interessiert sich aber insbesondere für folgende Hinweise:

  • Erbringung von gesetzlich vorgeschriebenen Revisionsdienstleistungen ohne entsprechende Zulassung (Art. 40 Abs. 1 Bst. a RAG);
  • Verstoss gegen die Vorschriften zur Unabhängigkeit (Art. 728 und 729 OR, Art. 11 RAG, Richtlinie zur Unabhängigkeit der EXPERTsuisse, Code of Ethics des IESBA);
  • Verstoss gegen Meldepflichten (Art. 14, 15 und 15a, Art. 13 RAV);
  • Verstoss gegen anwendbare rechtliche Vorschriften sowie gegen Berufs- oder Standesregeln (inkl. Prüfungsstandards) durch staatlich beaufsichtigte Revisionsunternehmen und ihre Mitarbeitenden und Partner;
  • Sachverhalte, welche die Gewähr einer Revisorin, eines Revisors, einer Revisionsexpertin oder eines Revisors für eine einwandfreie Prüftätigkeit in Frage stellen können (Art. 4 RAV).

Bitte beachten Sie, dass die RAB mit Blick auf die Revision von Unternehmen, die keine Publikumsgesellschaften sind, nur über beschränkte Befugnisse verfügt. Die RAB hat insbesondere nicht den Auftrag, im Sinne einer Ombudsstelle Meinungsverschiedenheiten zwischen Revisionsunternehmen und Prüfkunden zu schlichten (z.B. zu Honorarstreitigkeiten). Weiter liegt es nicht in der Kompetenz der RAB, anstelle eines Gerichts über mögliche zivilrechtliche Ansprüche gegen ein Revisionsunternehmen oder eine zugelassene Person zu entscheiden.

Bitte beachten Sie ferner, dass Hinweise zu möglichen Verstössen gegen die Vorschriften zur Rechnungslegung von Emittenten, die an der SIX Swiss Exchange kotiert sind, der SIX Exchange Regulation mitgeteilt werden können. Hinweise zur aufsichtsrechtlichen Prüfung von Banken, Effektenhändlern, Versicherungen oder kollektiven Kapitalanlagen sind der Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA zu melden. Seit dem 1. September 2012 sind Hinweise zur Rechnungsprüfung bei börsenkotierten Banken, Versicherungen und kollektiven Kapitalanlagen an die RAB zu richten.

Wer kann Hinweise geben?

Jede Person kann der RAB Hinweise auf mögliche Verstösse gegen rechtliche oder berufsständische Vorschriften geben.

Wird mein Name bekannt gegeben?

Die RAB behandelt Ihren Namen im Rahmen der geltenden Rechtsordnung grundsätzlich vertraulich. Der übermittelte Sachverhalt muss allerdings verwendet werden können.

Was macht die RAB?

Was macht die RAB, wenn sie einen Hinweis erhält?

Eingegangene Hinweise werden vom Bereich Recht und Internationales der RAB überprüft. Liegen aus Sicht der RAB relevante Verstösse vor, werden bei der betroffenen Person oder beim betroffenen Revisionsunternehmen entsprechende Vorabklärungen getroffen. Falls sich auf Grund dieser Erhebungen der Verdacht auf relevante Verstösse erhärtet, wird gegen das zugelassene Revisionsunternehmen oder die zugelassene natürliche Person ein verwaltungsrechtliches Verfahren eröffnet oder es erfolgt eine Meldung an die zuständige spezialgesetzliche Aufsichtsbehörde (Art. 22 RAG), die Börse (Art. 23 RAG) oder die Strafverfolgungsbehörden (Art. 24 RAG).

Auswirkungen, Fortschritte, Konsequenzen

Wie kann ich herausfinden, welche Auswirkungen mein Hinweis hatte? Werde ich über den Fortschritt und ein allfälliges Verfahren informiert? Wo erhalte ich Informationen, welche Konsequenzen sich aus meinem Hinweis ergaben?

Über laufende und abgeschlossene Verfahren informiert die RAB die Öffentlichkeit nur, falls dies aus Gründen überwiegender öffentlicher oder privater Interessen erforderlich ist (Art. 19 Abs. 2 RAG). Die Hinweisgeber haben keine Parteistellung und damit weder Anspruch auf Akteneinsicht noch ein Anrecht, über den Stand sowie das Resultat der Auswertung informiert zu werden.
In ihrem jährlich erscheinenden Tätigkeitsbericht informiert die RAB über ihre Tätigkeit und ihre Praxis (Art. 19 Abs. 1 RAG). Zudem berichtet sie darin in anonymisierter Form über allfällige Hinweise.

Prozess beschleunigen

Was kann ich tun, um den Prozess zu beschleunigen?

Beschreiben Sie den Fall möglichst klar und detailliert und halten Sie fest, warum Sie der Ansicht sind, dass ein wesentlicher Verstoss gegen die rechtlichen oder berufsständischen Vorgaben vorliegt. Der Hinweis muss mindestens die betroffene Person oder das betroffene Revisionsunternehmen, eine Beschreibung des Sachverhalts und den betreffenden Zeitpunkt oder die betreffende Zeitperiode enthalten. Im Idealfall erfolgt dies unter Nennung der mutmasslich verletzten rechtlichen oder berufsständischen Bestimmung. Weiter ist es hilfreich, wenn Sie uns Ihre Telefonnummer oder Ihre E-Mailadresse angeben, so dass wir Sie bei allfälligen Rückfragen kontaktieren können.


RAB

Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde
Bundesgasse 18
Postfach
3001 Bern

Tel.: +41 31 560 22 22
Fax: +41 31 560 22 23
Email:   info@rab-asr.ch

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