Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die RAB eine Zulassung zur Prüfung nach den Finanzmarktgesetzen erteilt?

Seit dem 1. Januar 2015 ist die RAB für die Erteilung der Zulassungen und die Aufsicht über die Prüfgesellschaften und die leitenden Prüferinnen und leitenden Prüfer für die Prüfung nach den Finanzmarktgesetzen zuständig. Die Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfgesellschaften und die leitenden Prüferinnen und leitenden Prüfer sind nachfolgend aufgeführt:

Prüfgesellschaft:

Die von einer Prüfgesellschaft zu erfüllenden Zulassungsvoraussetzungen sind in Art. 9a Abs. 1 RAG sowie in den Art. 11b und 11i Abs. 1 RAV festgelegt. Die Prüfgesellschaft muss über eine Zulassung als staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen verfügen, für die Vornahme der Prüfungen, für welche die Zulassung beantragt wird, ausreichend organisiert sein und sie darf keine andere nach den Finanzmarktgesetzen bewilligungspflichtige Tätigkeit ausüben.

Um als staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen zugelassen zu werden, muss die Prüfgesellschaft die in Art. 6 RAG für die Zulassung als Revisionsexperte genannten Voraussetzungen erfüllen (Art. 9 Abs. 1 Bst. a RAG), über ein geeignetes internes Qualitätssicherungssystem verfügen (Art. 12 RAG), für die Haftungsrisiken ausreichend versichert sein (Art. 9 Abs. 1 Bst. c RAG) und die zusätzlichen Unabhängigkeitsvoraussetzungen gemäss Art. 11 RAG erfüllen. Das Qualitätssicherungssystem muss der beantragten Zulassung entsprechend angemessen ausgestaltet sein.

Die Prüfgesellschaft ist ausreichend organisiert, wenn sie über mindestens zwei zugelassene leitende Prüferinnen oder leitende Prüfer für den Aufsichtsbereich verfügt, für den die Zulassung beantragt wird (Art. 11b Bst. a RAV), spätestens drei Jahre nach Zulassungserteilung über mindestens zwei Prüfmandate in dem Aufsichtsbereich verfügt, für den die Zulassung erteilt wird, (Art. 11b Bst. b RAV) und die Vorschriften zur Dokumentation und Aufbewahrung der Unterlagen nach Art. 730c OR unabhängig von ihrer Rechtsform einhält (Art. 11b Bst. c RAV).

Beabsichtigt eine Prüfgesellschaft, ausschliesslich direkt der FINMA unterstellte Finanzintermediäre zu prüfen (und keine sonstigen Prüfungen nach den Finanzmarktgesetzen durchzuführen), gelten für sie erleichterte Zulassungsvoraussetzungen. Sie muss allerdings eine Zulassung als staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen beantragen. Ferner muss sie die Voraussetzungen nach Art. 6 RAG für die Zulassung als Revisor, jedoch nicht als Revisionsexperte (Art. 11i Abs. 1 Bst. a RAV) erfüllen. Die erforderliche Versicherungsdeckung beträgt mindestens 250'000 Franken (anstelle von mindestens 1 Million Franken, Art. 11 Abs. 2 RAV), die Zulassungsgebühr beläuft sich auf mindestens 1'500 Franken (anstelle von 5'000 Franken, Art. 38 Abs. 5 RAV) und die Aufsichtsabgabe auf mindestens 2'500 Franken (anstelle von 10'000 Franken, Art. 42 Abs. 2 RAV).

Leitende Prüferin / leitender Prüfer:

Die von einer leitenden Prüferin und einem leitenden Prüfer zu erfüllenden Zulassungsvoraussetzungen sind in den Art. 9a Abs. 2 RAG und in den Art. 11d bis 11g und 11i Abs. 2 RAV festgelegt. Die leitende Prüferin und der leitende Prüfer müssen nicht nur die Voraussetzungen für ihre Zulassung erfüllen, sondern auch jene für die Beibehaltung der Zulassung.

Erteilung der Zulassung:

Für die Zulassung muss die leitende Prüferin oder der leitende Prüfer als Revisionsexperte zugelassen sein (Art. 9a Abs. 2 Bst. a RAG). Die leitende Prüferin oder der leitende Prüfer, die/der nur Prüfungen bei direkt der FINMA unterstellten Finanzintermediären durchführt, braucht hingegen lediglich als Revisor zugelassen zu sein (11i Abs. 2 Bst. a RAV). Die leitende Prüferin oder der leitende Prüfer muss auf jeden Fall das nötige Fachwissen und die nötige Praxiserfahrung für die Prüfung nach den Finanzmarktgesetzen aufweisen (Art. 9a Abs. 2 Bst. b RAG). Sie/Er muss somit über die nötige Praxiserfahrung (Art. 11d bis 11g Abs. 1 Bst. a RAV), die nötigen Prüfstunden (Art. 11d bis 11g Abs. 1 Bst. b RAV) und Weiterbildungsstunden (Art. 11d bis 11g Abs. 1 Bst. c RAV) verfügen. Die Anzahl Jahre oder Stunden variiert je nach Zulassungsart. Für die erforderliche Praxiserfahrung und die Prüfstunden besteht keine zeitliche Begrenzung, während die Weiterbildungsstunden innerhalb eines Jahres vor der Einreichung des Zulassungsgesuchs absolviert worden sein müssen.

Die Praxiserfahrung kann sowohl in der Schweiz als auch im Ausland erworben worden sein, sofern sie gleichwertig ist. Diesbezüglich angerechnet wird die bei der Erbringung von Revisionsleistungen erworbene Erfahrung, sei es im Aufsichtsbereich, für den die Zulassung erteilt wird, in einem anderen Aufsichtsbereich oder im Bereich der Rechnungsprüfung. Ausserdem wird ein Jahr Praxiserfahrung angerechnet, wenn mindestens 50 Prozent eines Vollzeitpensums für die Erbringung von Revisionsleistungen aufgewendet wird.

Die Prüfstunden müssen grundsätzlich nicht während eines Zeitraums unmittelbar vor der Einreichung des Zulassungsgesuchs absolviert worden sein. Es sei darauf hingewiesen, dass die Prüfstunden, die vor Beginn der für die Zulassung massgeblichen Ausbildung absolviert wurden, nicht angerechnet werden (Art. 4 Abs. 4 2. Satz und Art. 5 Abs. 2 Satz 2 RAG). Als Prüfstunden gelten sämtliche Prüfarbeiten, von der Planung der Prüfung bis hin zur Übergabe des Prüfungsberichts.

Beibehaltung der Zulassung:

Um ihre Zulassung behalten zu können, müssen die leitenden Prüferinnen und leitenden Prüfer im Aufsichtsbereich, für welchen die Zulassung erteilt wurde, eine gewisse Anzahl Prüf- und Weiterbildungsstunden nachweisen (Art. 11d bis 11g Abs. 2 RAV). Die erforderliche Anzahl Stunden variiert je nach Zulassungsart. Die für die Fachpraxis massgeblichen Stunden müssen innerhalb von vier Jahren erreicht werden. Die Weiterbildungsstunden müssen hingegen jährlich absolviert werden.

Als Prüfstunden werden sämtliche Prüfarbeiten, von der Planung der Prüfung bis hin zur Übergabe des Prüfungsberichts, angerechnet.

pdfTabelle Zulassungsvoraussetzungen

Datum der Veröffentlichung: 3. Januar 2015

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