Zulassung

Alle natürlichen Personen und Unternehmen, die gesetzlich vorgeschriebene Revisionsdienstleistungen erbringen, müssen seit dem 1. Januar 2008 über eine Zulassung der RAB verfügen.

Um eine Zulassung zu erhalten, füllen natürliche Personen und Unternehmen die für die Anmeldung notwendigen Masken aus. Im Anmeldeprozess ist auch der Zahlungsprozess enthalten. Am Ende des Erfassungsprozesses kann das Zulassungsgesuch ausgedruckt und die Daten bestätigt werden. Das Gesuch ist der RAB, datiert und unterzeichnet, mit den darin aufgeführten Unterlagen per Post zuzustellen.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, wird eine Zulassung erteilt und die natürliche Person bzw. das Unternehmen im öffentlichen Register der RAB eingetragen.



Zulassungspflicht

Wer ist zulassungspflichtig?

Zulassungspflichtig sind natürliche Personen und Unternehmen, die gesetzlich vorgeschriebene Revisionsdienstleistungen erbringen. Als solche gelten:

  • Prüfungen und Bestätigungen, die nach bundesrechtlichen Vorschriften durch eine zugelassene Revisionsexpertin bzw. einen zugelassenen Revisionsexperten, eine zugelassene Revisorin bzw. einen zugelassenen Revisor oder durch ein staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen vorgenommen werden müssen
    (Art. 2 Bst. a Ziff. 1 RAG);

  • Prüfungen, die nach Art. 24 Abs. 1 Bst. a FINMAG durch eine zugelassene Prüfgesellschaft bzw. eine zugelassene leitende Prüferin oder einen zugelassenen leitenden Prüfer vorgenommen werden (Art. 2 Bst. a Ziff. 2 RAG).

Als Revisionsdienstleistung gelten insbesondere die Prüfung der Jahres- und Konzernrechnung, die aufsichtsrechtliche Prüfung von Beaufsichtigten der Eidgenössischen Finanzmarktaufsichtsbehörde FINMA nach den jeweiligen Finanzmarktgesetzen aber beispielsweise auch punktuelle Revisionsdienstleistungen wie die Prüfung einer Kapitalerhöhung, einer Kapitalherabsetzung oder einer Fusion.

Gesetzlich nicht vorgeschriebene Revisionsdienstleistungen dürfen auch durch Personen erbracht werden, die über keine Zulassung durch die RAB verfügen.

Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 15. Juli 2016)

Welche Arten von Zulassungen bestehen? Wie hoch sind die Gebühren?

Welche Arten von Zulassungen bestehen?

Alle natürlichen Personen und Revisionsunternehmen, die gesetzlich vorgeschriebene Revisionsdienstleistungen erbringen, bedürfen seit dem 1. Januar 2008 einer von drei möglichen Zulassungen:

  • Als zugelassene Revisor/innen gelten Personen und Revisionsunternehmen, die berechtigt sind, eine eingeschränkte Revision vorzunehmen (Art. 727c OR).
  • Als zugelassene Revisionsexperten/innen gelten Personen und Revisionsunternehmen, die berechtigt sind, eine ordentliche Revision vorzunehmen (Art. 727b Abs. 2 OR). Die Revisionsexperten/innen zeichnen sich gegenüber den zugelassenen Revisor/innen durch den Nachweis einer längeren Fachpraxis aus.
  • Als staatlich beaufsichtigte Revisionsunternehmen gelten Gesellschaften, die zur Durchführung einer ordentlichen Revision bei Publikumsgesellschaften befugt sind (Art. 727b Abs. 1 OR). Von der Qualifikation her handelt es sich um Revisionsexperten, die aber weiter gehende gesetzliche Pflichten erfüllen müssen und die der Aufsicht durch die RAB unterstehen.

Personen und Unternehmen, die sich nicht ins Revisorenregister eintragen lassen, gelten als nicht zugelassene Revisoren ("Laienrevisoren"). Diese können Revisionsdienstleistungen erbringen, die das Gesetz nicht zwingend vorschreibt. Zu denken ist insbesondere an die Prüfung von Jahresrechnungen von Gesellschaften, die auf eine Revision im Sinne des Gesetzes verzichtet haben ("Opting-out"), aber dennoch aus unternehmensinternen Gründen eine "inoffizielle" Revision wünschen.

Wie hoch sind die Gebühren?

Gemäss Art. 38 RAV beträgt die Gebühr für die Beurteilung des Zulassungsgesuchs durch die RAB für:

a.     natürliche Personen: 800 Franken;
b.     Revisionsunternehmen: 1500 Franken;
c.     staatlich beaufsichtigte Revisionsunternehmen: mind. 5000 Franken.

Die Gebühr für die Erstzulassung eines Einzelunternehmens, in dem nur die Inhaberin oder der Inhaber Revisionsdienstleistungen erbringt, ist mit der Gebühr für die Zulassung der Inhaberin oder des Inhabers abgegolten. Für die Erneuerung der Zulassung wird vom Einzelunternehmen die Gebühr für die Zulassung natürlicher Personen erhoben (Art. 38 Abs. 3 RAV).

Von staatlich beaufsichtigten Revisionsunternehmen wird die Gebühr für die Zulassung bzw. die Erneuerung der Zulassung nach Zeitaufwand erhoben, wobei der Stundenansatz 250 Franken und die Gebühr mindestens 5‘000 Franken beträgt (Art. 38 Abs. 5 RAV). Zusätzlich wird jährlich eine Aufsichtsabgabe zur Deckung der nicht durch Gebühren gedeckten Kosten der RAB von mindestens 10‘000 Franken sowie eine Gebühr nach Zeitaufwand für die periodische Überprüfung (Inspektion) erhoben (vgl. Art. 39 und 42 ff. RAV).

Wann werden Gebühren erhoben?

Die Aufsichtsbehörde erhebt von der Gesuchstellerin oder vom Gesuchsteller eine Gebühr für:

a.     die Beurteilung eines Zulassungsgesuchs;
b.     die Erneuerung der Zulassung;
c.     den Wechsel der Zulassungsart;
d.     die Übertragung der Zulassung (Art. 21a RAV).

Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 18. Juli 2016)

Welche Zulassung für welche Dienstleistung

Für welche Dienstleistung ist eine Zulassung als Revisionsexperte notwendig bzw. für welche Dienstleistung genügt eine Zulassung als Revisor?

Grundsätzlich gilt:

  • Publikumsgesellschaften müssen ihre Jahresrechnung durch ein staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen ordentlich prüfen lassen. Sie müssen zudem alle weiteren Revisionsdienstleistungen, welche nach den gesetzlichen Vorschriften durch eine/n zugelassene/n Revisor/in oder eine/n zugelassene/n Revisionsexperten/in vorzunehmen sind, von einem staatlich beaufsichtigten Revisionsunternehmen durchführen lassen (Art. 727 Abs. 1 Ziff. 1 i.V.m. Art. 727b Abs. 1 OR).
  • Wirtschaftlich bedeutende Unternehmungen und Gesellschaften, die zur Erstellung einer Konzernrechnung verpflichtet sind, müssen ihre Jahresrechnung durch eine/n zugelassene/n Revisionsexperten/in ordentlich prüfen lassen. Sie müssen zudem alle weiteren Revisionsdienstleistungen, welche nach den gesetzlichen Vorschriften durch eine/n zugelassene/n Revisor/in vorzunehmen sind, von einem/einer Revisionsexperte/in durchführen lassen (Art. 727 Abs. 1 Ziff. 2 und 3 i.V.m. Art. 727b Abs. 2 OR).
  • Alle anderen Unternehmungen, sprich KMU, müssen ihre Jahresrechnung durch eine/n zugelassene/n Revisor/in eingeschränkt prüfen lassen, sofern sie nicht ganz auf eine Revision verzichtet haben (Art. 727a Abs. 1 i.V.m. 727c OR).

Zudem verlangt das Gesetz für folgende weitere Revisionsdienstleistungen eine Zulassung als Revisionsexperte bzw. eine Zulassung als Revisor, sofern diese nicht ohnehin gemäss Art. 727b OR durch ein staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen oder ein/e Revisionsexperte/in durchgeführt werden müssen (vgl. oben): pdfÜbersicht*.

Für die Tätigkeit in den folgenden spezialgesetzlichen Bereichen ist neben der jeweiligen Grundzulassung als staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen, Revisionsexperte bzw. Revisor allenfalls eine spezialgesetzliche Zulassung einzuholen: pdfÜbersicht*.

 *Alle Angaben sind ohne Gewähr, der Wortlaut des Gesetzes geht in jedem Fall vor.

Datum der Veröffentlichung: 17 April 2013 (angepasst per: 18 Juli 2016)

 

 

Zulassungsprozess

Zulassungsprozess

Zulassungspflichtige natürliche Personen und Unternehmen füllen die für die Anmeldung notwendigen Masken auf dieser Website gemäss pdfWegleitung aus. Im Anmeldeprozess ist auch der Zahlungsprozess enthalten. Am Ende des Erfassungsprozesses kann das per Post einzureichende Gesuch ausgedruckt und die Daten bestätigt werden. Das ausgedruckte Zulassungsgesuch ist datiert und unterzeichnet mit den darin pdfaufgeführten Unterlagen der RAB per Post zuzustellen. Wird das Gesuch vollständig eingereicht, erhält der/die Gesuchsteller/in eine entsprechende Eingangsbestätigung der RAB. Sind alle Voraussetzungen für die Zulassung erfüllt, wird eine Zulassung erteilt und die natürliche Person bzw. das Unternehmen erscheint im ebenfalls auf dieser Website zur Verfügung stehenden Register. Sind die Zulassungsvoraussetzungen nicht erfüllt, so wird das Gesuch abgewiesen.

Der Zulassungsprozess ist ausschliesslich durch das Ausfüllen der entsprechenden Masken auf dieser Website möglich: Login

Sie erfolgt in einer der folgenden Kategorien:

  • Natürliche Person (zugelassene/r Revisor/in oder zugelassene/r Revisionsexpert/in)
  • Einzelunternehmen, in dem nur der/die Inhaber/in Revisionsdienstleistungen erbringt (zugelassener Revisor oder zugelassener Revisionsexperte)
  • Revisionsunternehmen (zugelassener Revisor oder zugelassener Revisionsexperte)
  • Staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen

Da es sich bei im Handelsregister eingetragenen «Einzelunternehmen (früher: Einzelfirma), in denen nur der/die Inhaber/in Revisionsdienstleistungen erbringt», um ein und dieselbe Rechtsperson handelt, sollen sie gebührenmässig nicht doppelt belastet werden (Art. 38 Abs. 2 und 3 RAV). Aus diesem Grund werden sie bei der Anmeldung separat erfasst. Nicht unter diese Regelung fallen Ein-Personen-Gesellschaften mit anderer Rechtsform (z.B. AG oder GmbH). In der erwähnten Kategorie wird sowohl die Anmeldung des Einzelunternehmens als auch der natürlichen Person in einem Arbeitsschritt durchgeführt. Nach Abschluss der Anmeldung werden die Daten separat im Register geführt (vgl. pdfWegleitung Ziff. 2.2 und 4.2).

Bitte vergewissern Sie sich vor dem Ausfüllen des Zulassungsgesuches, in welcher Kategorie Sie sich und/oder Ihr Unternehmen anmelden müssen. Nach erfolgter Bestätigung der Daten per Internet am Ende des Erfassungsprozesses und vor Einreichung des Gesuches auf dem Postweg kann die Zulassungskategorie nur noch unter Kostenfolge gewechselt werden. Die Zulassungsgebühr wird in diesem Fall zwar zurückbezahlt, für den entstandenen Aufwand wird jedoch nach Art. 40 Abs. 1 RAV eine Gebühr von mindestens Fr. 250.00 erhoben.

Nach Einreichung des Gesuches auf dem Postweg wird dessen Rückzug mit einer Abschreibungsverfügung bestätigt. Die Bearbeitungsgebühr bis zum Zeitpunkt der Eröffnung der Abschreibungsverfügung beträgt mindestens die Hälfte der einbezahlten Zulassungsgebühr und wird jeweils damit verrechnet. Die Differenz wird dem/der Gesuchsteller/in nach Eintritt der Rechtskraft der Abschreibungsverfügung auf das von ihm/ihr bezeichnete Konto überwiesen.

Nützliche Informationen zur Anmeldung finden Sie in der «pdfWegleitung für die Anmeldung als Erbringer von Revisionsdienstleistungen», in den «pdfTipps und Tricks zur Beachtung beim Ausfüllen des Online-Anmeldeformulares» sowie unter der Rubrik «Hilfe» auf unserer Homepage.

Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per: 18 Juli 2016)

Qualifikationsanforderungen: Natürliche Personen

Welches sind die Zulassungsvoraussetzungen für natürliche Personen?

Die RAB empfiehlt, die Zulassungsvoraussetzungen vor der Erfassung der Anmeldung resp. Einreichung eines Zulassungsgesuches sorgfältig zu studieren. Eine Zulassung wird nämlich nur erteilt, wenn sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind. Bei Unklarheiten erteilt die RAB gerne nähere Auskünfte (telefonisch oder per Email).

Voraussetzungen für Revisionsexperten (Art. 4 RAG)

Eine natürliche Person wird als Revisionsexpertin zugelassen, wenn sie die Anforderungen an Ausbildung und Fachpraxis erfüllt und über einen unbescholtenen Leumund verfügt.

Die Anforderungen an Ausbildung und Fachpraxis erfüllen:

  1. eidg. dipl. Wirtschaftsprüfer;
  2. eidg. dipl. Treuhandexperten, Steuerexperten sowie Experten in Rechnungslegung und Controlling, je mit mindestens fünf Jahren Fachpraxis;
  3. Absolventen eines Universitäts- oder Fachhochschulstudiums in Betriebs-, Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften an einer schweizerischen Hochschule, Fachleute im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis sowie Treuhänder mit eidg. Fachausweis, je mit mindestens zwölf Jahren Fachpraxis;
  4. Personen, die eine den in den Buchstaben a, b oder c aufgeführten vergleichbare ausländische Ausbildung abgeschlossen haben, die entsprechende Fachpraxis aufweisen und die notwendigen Kenntnisse des schweizerischen Rechts nachweisen, sofern ein Staatsvertrag mit dem Herkunftsstaat dies so vorsieht oder der Herkunftsstaat Gegenrecht hält.

Die Fachpraxis muss vorwiegend auf den Gebieten des Rechnungswesens und der Rechnungsrevision erworben worden sein, davon mindestens zwei Drittel unter Beaufsichtigung durch einen zugelassenen Revisionsexperten oder durch eine ausländische Fachperson mit vergleichbarer Qualifikation. Fachpraxis während der Ausbildung wird angerechnet, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind.

Voraussetzungen für Revisoren (Art. 5 RAG)

Eine natürliche Person wird als Revisorin zugelassen, wenn sie:

  1. über einen unbescholtenen Leumund verfügt;
  2. eine Ausbildung nach Art. 4 Abs. 2 RAG abgeschlossen hat;
  3. eine Fachpraxis von einem Jahr nachweist.

Die Fachpraxis muss vorwiegend auf den Gebieten des Rechnungswesens und der Rechnungsrevision erworben worden sein, dies unter Beaufsichtigung durch einen zugelassenen Revisor oder durch eine ausländische Fachperson mit vergleichbarer Qualifikation. Fachpraxis während der Ausbildung wird angerechnet, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind.
Bezüglich der Qualifikationsanforderungen für die Zulassung zur Prüfung nach den Finanzmarktgesetzen wird auf einen separaten Eintrag verwiesen.

Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per: 18. Juli 2016)

Qualifikationsanforderungen: Revisionsunternehmen

Welches sind die Zulassungsvoraussetzungen für Revisionsunternehmen?  

Die RAB empfiehlt, die Zulassungsvoraussetzungen vor der Erfassung der Anmeldung resp. Einreichung eines Zulassungsgesuches sorgfältig zu studieren. Eine Zulassung wird nämlich nur erteilt, wenn sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind. Bei Unklarheiten erteilt die RAB gerne nähere Auskünfte (telefonisch oder via Email).

Revisionsunternehmen

Ein Revisionsunternehmen wird als Revisionsexperte oder als Revisor zugelassen, wenn:

  1. Die Mehrheit der Mitglieder seines obersten Leitungs- oder Verwaltungsorgans sowie seines Geschäftsführungsorgans über die entsprechende Zulassung verfügt;
  2. Mindestens ein Fünftel der Personen, die an der Erbringung von Revisionsdienstleistungen beteiligt sind, über die entsprechende Zulassung verfügt;
  3. Sichergestellt ist, dass alle Personen, die Revisionsdienstleistungen leiten, über die entsprechende Zulassung verfügen;
  4. Die Führungsstruktur gewährleistet, dass die einzelnen Mandate genügend überwacht werden.

Finanzkontrollen der öffentlichen Hand werden als Revisionsunternehmen zugelassen, wenn sie die oben erwähnten Anforderungen erfüllen. Die Zulassung als staatlich beaufsichtigte Revisionsunternehmen ist nicht möglich.

Staatlich beaufsichtigte Revisionsunternehmen

Die Voraussetzungen für die Zulassung als staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen sind in Art. 6 und 9 ff. RAG geregelt.

Die Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung nach den Finanzmarktgesetzen für Prüfgesellschaften sind in Art. 9a RAG und 11a ff. RAV geregelt (siehe Voraussetzungen an die Zulassung)

Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 18. Juli 2016)

Gesuch um Zulassung als Einzelunternehmen

Was ist bei der Zulassung von Einzelunternehmen zu beachten?

Eine natürliche Person darf nur dann selbständig gesetzlich vorgeschriebene Revisionsdienstleistungen erbringen, wenn sie als Einzelunternehmen im Handelsregister eingetragen ist, und sie selbst wie auch ihr Einzelunternehmen von der RAB entsprechend zugelassen sind (Art. 8 Abs. 1 RAV). Folglich ist je ein Gesuch für die natürliche Person und für das Einzelunternehmen einzureichen.

Für "Einzelunternehmen" (zuweilen wird auch der Ausdruck "Einzelfirma" oder „Einzelkaufmann" verwendet), die keine ordentlichen, aber eingeschränkte Revisionen durchführen und in denen nur die Inhaberin oder der Inhaber Revisionsdienstleistungen erbringt, gilt hinsichtlich der Zulassungsgebühr eine spezielle Regelung: Da es sich um ein und dieselbe Rechtsperson handelt, sollen sie gebührenmässig nicht doppelt belastet werden. Die Gebühr für die Erstzulassung eines solchen Einzelunternehmens wird demnach mit der Gebühr für die Zulassung des Inhabers resp. der Inhaberin abgegolten. Für die Erneuerung der Zulassung wird hingegen vom Einzelunternehmen eine Gebühr erhoben (Art. 38 Abs. 3 RAV).

Will das Einzelunternehmen hingegen auch ordentliche Revisionen durchführen, so muss es seit dem 15. Dezember 2013 über ein internes Qualitätssicherungssystem verfügen und dessen Angemessenheit und Wirksamkeit überwachen (Art. 9 Abs. 1 RAV; siehe pdfRS 1/2014). Dafür benötigt es mindestens eine zweite zugelassene Person. In diesem Fall muss das Gesuch in der Kategorie „Revisionsunternehmen“ gestellt werden und sowohl bei der Erstzulassung als auch bei der Zulassungserneuerung wird jeweils eine Gebühr von 1500 Franken erhoben (Art. 38 Abs. 2 Bst. b RAV).

Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 18. Juli 2016)

Zulassung in Konzernverhältnissen

Genügt es, wenn in einem Konzernverhältnis die Muttergesellschaft über die Zulassung als Revisorin, Revisionsexpertin oder staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen verfügt, und die Revisionsdienstleistungen von einer Tochtergesellschaft erbracht werden?

Die Bestimmungen des RAG gelten für diejenige Rechtseinheit, welche ein Gesuch um Zulassung bei der RAB stellt und welche eine Revisionsdienstleistung i.S. von Art. 2 Bst. a Ziff. 1 RAG erbringen will. Ausschlaggebend ist demnach, welches Unternehmen von der zu prüfenden Rechtseinheit als Revisionsstelle gewählt wurde. Es genügt daher nicht, dass die Konzernmuttergesellschaft über die Zulassung verfügt, wenn die Tochtergesellschaft die Revisionsdienstleistung erbringt. Die Tochtergesellschaft muss selbst über die Zulassung verfügen.

Zu beachten ist ferner, dass die Bestimmungen zur Unabhängigkeit auch im Konzernverhältnis gelten. Beispielsweise darf die Tochtergesellschaft kein Revisionsmandat übernehmen, wenn ihre Muttergesellschaft eine direkte Beteiligung am Prüfkunden hält (Art. 728 Abs. 6 i.V.m. Abs. 2 Ziff. 2 OR; vgl. für die eingeschränkte Revision auch Art. 729 Abs. 1 OR).

Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009

Revision von Vereinen

Brauchen Personen, die eine Vereinsrechnung revidieren, eine Zulassung?

Die Revisionspflicht für den Verein bestimmt sich nach den Bestimmungen des Vereinsrechts (Art. 69b ZGB).

Grundsätzlich steht es den Vereinen frei, ob sie eine Revision durchführen wollen und wie diese gegebenenfalls auszugestalten ist.

Es ist nach wie vor zulässig, eine solche Revision durch ein oder mehrere Vereinsmitglieder durchführen zu lassen, die über keine Zulassung verfügen. Es darf auch gänzlich von einer Revision abgesehen werden. Aus Gründen der internen Kontrolle und Verantwortlichkeit des Vorstandes empfiehlt sich jedoch die Durchführung einer vereinsinternen Revision.

Das Gesetz sieht allerdings zwei Ausnahmen vor, in denen eine Revision durch eine externe Revisionsstelle mit entsprechender Zulassung durchgeführt werden muss:

  • Der Verein muss seine Buchführung durch eine zugelassene Revisionsexpertin oder einen zugelassenen Revisionsexperten ordentlich prüfen lassen, wenn zwei der drei nachstehenden Grössen in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren überschritten werden:

      • Bilanzsumme von 10 Millionen Franken;
      • Umsatzerlös von 20 Millionen Franken;
      • 50 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt.

  • Der Verein muss seine Buchführung durch ein Revisionsunternehmen mit mindestens der Zulassung als Revisorin oder als Revisor eingeschränkt prüfen lassen, wenn ein Vereinsmitglied, das einer persönlichen Haftung oder einer Nachschusspflicht untersteht, dies verlangt.

In diesen beiden Fällen muss sich der Verein in das Handelsregister eintragen lassen (Art. 61 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB).

Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 18. Juli 2016)

Eintrag im öffentlichen Register – Bestätigung einer RAB Zulassung

Das Register der RAB wird elektronisch geführt, ist öffentlich und wird unentgeltlich auf dem Internet publiziert. Es gibt Auskunft darüber, welche natürlichen Personen und Unternehmen, die Revisionsdienstleistungen im Sinne des Gesetzes erbringen, über eine Zulassung verfügen.

Mit Eintritt der Rechtskraft der Zulassungsverfügung trägt die RAB die natürliche Person resp. das Revisionsunternehmen unverzüglich ins Revisorenregister ein.

Die Angaben werden gemäss Art. 19 RAV und Art. 20 RAV veröffentlicht.

Braucht eine natürliche Person resp. ein Revisionsunternehmen zwei Zulassungen, beispielsweise als "zugelassene/r Revisionsexperte/in" und als "zugelassene/r Revisor/in", damit sie/es im öffentlichen Register unter beiden Zulassungsarten erscheint?

Die Zulassung als staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen und als Revisionsexpertin oder Revisionsexperte umfasst gleichzeitig die Zulassung für die Erbringung von Revisionsdienstleistungen, für die das Bundesrecht geringere fachliche Anforderungen vorschreibt. Das öffentliche Register ist so aufgebaut, dass bei der Suche nach einer Zulassungsart auch die Personen bzw. Revisionsunternehmen mit einer höheren Zulassung angezeigt werden. Folglich werden bei der Suche nach einem zugelassenen Revisor resp. einer zugelassenen Revisorin auch Personen bzw. Revisionsunternehmen mit einer Zulassung als Revisionsexperte/in oder staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen erscheinen. Es ist daher nicht notwendig, sich mehrmals registrieren zu lassen.

Auf Antrag stellt die RAB eine Bestätigung über eine Zulassung von natürlichen oder juristischen Personen im Sinne von Art. 18 Abs. 2 RAV aus.

Bitte beachten Sie, dass der aktuelle Status einer Zulassung via dem öffentlichen Register der RAB für Revisionsdienstleister/innen (natürliche Personen und Revisionsunternehmen) einsehbar ist.

Was kostet eine Zulassungsbestätigung?

Die Gebühr für eine Zulassungsbestätigung nach Art. 18 Abs. 2 RAV beträgt CHF 50.- pro Exemplar. Bestätigungen werden grundsätzlich nur auf Vorauszahlungen ausgestellt.

Wie ist vorzugehen, damit ich eine Zulassungsbestätigung erhalte?

Bitte tätigen Sie die Vorauszahlung nach untenstehenden Angaben:

Postkonto Eidg. Revisionsaufsichtsbehörde RAB
IBAN: CH62 0900 0000 6030 3648 7
Clearing: 09000
BIC: POFICHBEXXX
Vermerk: Zulassungsbestätigung [RAB Nr.] / [Anz. Exemplare]

Sobald Sie die Zahlung getätigt haben, bitte der RAB eine Mail an info@rab-asr.ch mit untenstehenden Angaben und Zahlungsnachweisen, zustellen:

  • Betreff: Bestätigung einer RAB-Zulassung
  • Name des Unternehmens oder Name und Vorname der nat. Person
  • RAB Nummer
  • Lieferadresse
  • Sprache (D/F/I/E)
  • Anzahl Exemplare
  • Zahlungsnachweis

Hinweis:
Bestätigungen werden ausschliesslich via Postweg zugestellt.

Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 28 . März 2017)

Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um sich als Berufsverband und deren Mitglieder zu qualifizieren

Der Eintrag einer natürlichen Person oder eines Revisionsunternehmens im Revisorenregister der RAB enthält gegebenenfalls auch die Mitgliedschaft in einem Berufsverband (Art. 19 Bst. h und Art. 20 Bst. h RAV). Welches sind die Kriterien, die eine Organisation erfüllen muss, um als Berufsverband zu gelten?

Als Berufsverband gelten schweizerische Organisationen, welche in einem regelmässigen regulatorischen Dialog mit der RAB zu Themen der Revision und der Revisionsaufsicht stehen.

Im Weiteren müssen folgende Kriterien kumulativ erfüllt sein:

  • Anwendbarkeit eines Verhaltenskodex oder andere ethische Verhaltensvorgaben für Mitglieder
  • Trägerschaft einer oder mehrerer einschlägiger Berufsausbildungen, die mit einem national anerkannten Diplom abschliessen (insbesondere Abschlüsse im Sinne von Art. 4 RAG),  und/oder Angebot von Weiterbildungen, das die für die Revision wesentlichen Fachgebiete abdeckt.
  • Repräsentative Anzahl Mitglieder (natürliche Personen oder Revisionsunternehmen) im Umfang von rund 5% der von der RAB zugelassenen Revisionsunternehmen (per 1. November 2016: 146 Mitglieder)
  • Gesamtschweizerische Abdeckung (alle drei grösseren Sprachregionen), alleine oder mit Partnerverbänden

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen, damit sich natürliche Personen und Revisionsunternehmen im öffentlichen Register der RAB als Mitglieder eines Berufsverbandes deklarieren dürfen?

Natürliche Personen und Revisionsunternehmen haben die Möglichkeit ihre Mitgliedschaft(en) bei  Berufsverbänden im öffentlichen Register der RAB zu deklarieren.

Als Verbandsmitglieder gelten nur ordentliche Mitglieder, welche die Anforderungen der Berufsverbände vollumfänglich erfüllen (insbesondere Weiterbildungspflichten). Passiv- oder Junior-Mitgliedschaften stellen keine ordentlichen Mitgliedschaften dar. Personen und Firmen ohne eine ordentliche Mitgliedschaft dürfen sich somit nicht als Mitglieder des entsprechenden Verbandes im öffentlichen Register der RAB deklarieren.

Datum der Publikation: 19. Dezember 2016 (angepasst per 31. März  2017)

Meldepflichten

Von Gesetzes wegen bestehen verschiedene Meldepflichten für zugelassene Personen und Revisionsunternehmen. Wie und innerhalb welcher Fristen sind diese zu erfüllen?

Das Gesetz sieht drei Meldepflichten für zugelassene Personen und Revisionsunternehmen vor:

  • Alle von der RAB zugelassenen Personen und Revisionsunternehmen sind verpflichtet, der RAB jede Änderung einer Tatsache mitzuteilen, die im Revisorenregister eingetragen ist (Art. 15 Abs. 3 RAG). Dabei sind grundsätzlich die gleichen Informationen wie bei der erstmaligen Prüfung der Zulassungsvoraussetzungen (vgl. Art. 3 Abs. 1 RAV sowie Rz. 7 pdfRS 1/2007) zu übermitteln. Zu denken ist insbesondere an die Daten zur Erreichbarkeit (Adresse, Telefon, E-Mail), aber auch zur Firma bzw. zum Namen des Revisionsunternehmens.

    Die Mitteilungspflicht wird erfüllt, indem der entsprechende Eintrag im betroffenen RAB-Benutzerkonto innerhalb von 10 Arbeitstagen abgeändert wird. Das Login in das entsprechende Zulassungsgesuch erfolgt analog der Gesuchstellung mit dem individuellen Benutzernamen und Passwort über die RAB-Webseite, wo anschliessend die gewünschte Änderung vorzunehmen ist. Die Daten werden automatisch an die RAB weitergeleitet, indem der Button „weiter" am Ende der Seite angeklickt wird.

    Der Verstoss gegen die Meldepflicht gemäss Art. 15 Abs. 3 RAG stellt eine Übertretung dar und kann mit Busse von bis zu 100‘000 Franken bestraft werden (Art. 39 Abs. 1 Bst. c RAG).

  • Alle Personen und Revisionsunternehmen sind ab der Gesuchstellung verpflichtet, der RAB unverzüglich jede Tatsache mitzuteilen, die für die Beurteilung der Zulassungsvoraussetzungen von Belang ist (Art. 15a Abs. 2 RAG). Die Mitteilungspflicht gilt nicht nur für das eigentliche Zulassungsverfahren, sondern zeitlich unbegrenzt bis zu demjenigen Zeitpunkt, in dem keine Zulassung mehr besteht. Meldepflichtig sind insbesondere – auch nicht rechtskräftige – erst- oder höherinstanzliche Urteile und Vergleiche in Straf- und Verwaltungsstrafverfahren, die Ausstellung von Verlustscheinen sowie abgeschlossene und im Zusammenhang mit gesetzlich vorgeschriebenen Revisionsdienstleistungen stehende Verfahren der zivil- oder verwaltungsrechtlichen Verantwortlichkeit und Verfahren vor spezialgesetzlichen Aufsichtsbehörden, börsenrechtlichen Sanktionsorganen oder berufsrechtlichen Standesorganen.

    Die Mitteilungspflicht wird erfüllt, indem die notwendigen Angaben im entsprechenden Eintrag eingegeben und die Unterlagen innerhalb von 10 Arbeitstagen per Post oder elektronisch (info@rab-asr.ch) an die RAB übermittelt werden. Jede Mitteilung ist mit der entsprechenden Register-Nummer zu ergänzen.

    Der Verstoss gegen die Meldepflicht von Art. 15a Abs. 2 RAG stellt eine Übertretung dar und kann mit Busse von bis zu 100‘000 Franken bestraft werden (Art. 39 Abs. 1 Bst. d RAG).

  • Staatlich beaufsichtigte Revisionsunternehmen müssen über die beiden vorerwähnten meldepflichtigen Tatbestände hinaus die RAB unverzüglich schriftlich über alle Vorkommnisse informieren, die für die Aufsicht relevant sind (Art. 15a Abs. 2 RAG). Zu melden sind insbesondere Änderungen der Zusammensetzung des obersten Leitungs- oder Verwaltungsorgans sowie des Geschäftsführungsorgans, der ausserordentliche Wechsel von leitenden Revisorinnen und Revisoren mit Angabe von Gründen (beispielsweise auf Grund von Verstössen gegen interne oder externe Vorschriften oder auf Anordnung einer spezialgesetzlichen Aufsichtsbehörde hin) oder die vorzeitige Auflösung bzw. der Verzicht auf die Verlängerung eines Revisionsauftrags (unter Angabe von Gründen). Ein weiterer Anwendungsfall wäre bspw. die Meldung einer beabsichtigten Fusion.

    Die Mitteilungspflicht wird erfüllt, indem die notwendigen Angaben im entsprechenden Eintrag eingegeben und die Unterlagen innerhalb von 10 Arbeitstagen per Post oder elektronisch (info@rab-asr.ch) an die RAB übermittelt werden. Jede Mitteilung ist mit der entsprechenden Register-Nummer zu ergänzen.

    Reguläre Wechsel von Personen, die Revisionsdienstleistungen leiten, sind der RAB innerhalb von 30 Arbeitstagen zu melden. Der Verstoss gegen die Meldepflicht von Art. 15a Abs. 2 RAG stellt eine Übertretung dar und kann mit Busse von bis zu 100‘000 Franken sanktioniert werden (Art. 39 Abs. 1 Bst. b RAG).

Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 1. Januar 2015 und 18. April 2017)


RAB

Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde
Bundesgasse 18
Postfach
3001 Bern

Tel.: +41 31 560 22 22
Fax: +41 31 560 22 23
Email:   info@rab-asr.ch

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